Kleiner Mutmacher vom 22.05.2020

Was steht ihr hier und starrt nach oben?

Diese Frage stellten zwei in weiß gekleidete Männer den Jüngern, siehe Apostelgeschichte 1, 9-11.

Was war passiert? Gerade ist Jesus in den Himmel aufgefahren. Der, der die Jünger drei Jahre lang begleitet hatte. Der, der ans Kreuz genagelt wurde und von den Toten auferstand. Der, der die letzten vierzig Tage viel Zeit in seine Jünger investierte und sie noch Vieles lehrte. Der, der den Geist Gottes verhieß und tatsächlich der Meinung war mit dem Heiligen Geist einen angemessenen Ersatz senden zu können. Der, für den die Jünger die letzten drei Jahre alles stehen und liegen haben lassen, der verabschiedete sich jetzt in den Himmel. Und die Jünger?

Die standen da und starrten nach oben.

Wer weiß, wie lange und wie oft die Jünger immer wieder in den Himmel gestarrt hätten. Vielleicht wären sie jeden Tag zum Ölberg gegangen und hätten eine Starrrunde gemacht. Eine Starrversammlung abgehandelt und darauf gewartet, dass irgendetwas da oben im Himmel passiert, dass es ein Zeichen gibt.

Es brauchte zwei Engel, die die Jünger aus einer gewissen Schockstarre nahmen, sie aus dem starren nach oben nahmen, sie aus dem bloßen rumstehen nahmen.

Aber sollen wir nicht aufschauen auf Christus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens? (Hebräer 12, 2)

Ja, aber das Auf-Christus-Schauen ist kein passives Starren, sondern ein aktives Laufen und Leben mit Jesus als zentrale Orientierungsgröße. So sagt die Bibel in Hebräer 12, 1, dass wir mit Ausdauer laufen sollen… und Aufschauen auf Christus…

Wenn uns geistliche Erfahrungen, christliche Begegnungen und fromme Erlebnisse zum Stillstand und zum Starren nach himmlischen Ereignissen führen, braucht es eine Stimme, die uns aufmerksam auf das Wesentliche lenkt und unseren Auftrag für die verlorene Welt schärft.

Jede geistliche Erfahrung sollte uns zurück nach Jerusalem bringen. An die Orte, wo wir wohnen und leben, in einen Alltag, wo wir Kraft im alltäglichen Leben durch den Heiligen Geist empfangen. An die alltäglichen Schauplätze, wo wir hineinberufen sind unseren Glauben zu leben.

Ich wünsche euch kraftvolle Begegnungen mit dem Heiligen Geist, keine Nackenstarre und mobile geistliche Füße, um an dein Jerusalem zurückzukehren und dort deinen Glauben im Gebet als Zeuge Christi zu leben.

Fürs Gebet:

Jesus, nimm mir die Starre und Passivität weg, die mich immer wieder daran hindern an die Orte meines Alltags zu gehen. Erfülle mich mit der Kraft des Heiligen Geistes in meinem Alltag und lass mich ein Zeuge sein, der von dem erzählt, was er mit dir erlebt hat.

Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern er erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit. 2. Timotheus 1, 7 (NLB)

Ich wünsche euch einen gesegneten Tag und keinen steifen Nacken!

Eggi Tetzlaff