Kleiner Mutmacher vom 19.06.2020

Das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel. (Jakobus 5,16)

Liebe Leser,

wer von uns wünscht sich nicht, dass seine Gebete sichtbare Ergebnisse bewirken? Aber wie muss man beten, damit das geschieht? Gibt es da eine Formel, mit der man Gott besonders gut erreichen kann? Oder fehlt uns ein geheimes Wissen, das nur Menschen wie der Prophet Elia (17) kannten?

Unser Bibelvers sagt uns darüber nichts. Allerdings hat sich der Autor in seiner Übertragung des Jakobustextes für das Wort „inbrünstig“ entschieden. Das Wort „Brunst“ hatte ursprünglich etwas mit „brennen“ zu tun. Das finden wir zum Beispiel noch in dem Begriff „Feuersbrunst“. Erst später gebrauchte man „inbrünstig“, um damit die innere Haltung des Menschen zu Gott zu beschreiben.

Genau darum geht, wenn wir beten. Es kommt allein auf unsere innere Haltung an.

Manchmal ertappen wir uns dabei, dass wir nur routinemäßig und ohne besondere innere Beteiligung ein Gebet verrichten. In seiner großen Liebe wird unser himmlischer Vater sicher auch solche Gebete hören und annehmen. Aber das schönste Gebet kommt immer aus einem Herzen heraus, indem ein Anliegen brennt.

Das geschieht, wenn uns eine Not antreibt oder wenn wir aus Freude und Dankbarkeit unseren Herrn loben und preisen. Dann kleidet der Heilige Geist unsere Gedanken in Worte des Flehens oder der Anbetung (Römer 8,26). Wir spüren dann deutlich, dass wir nicht in einen leeren Himmel beten. Gott ist da, er ist uns ganz nah und er nimmt unsere Worte in sich auf.

Ist das allein nicht schon sehr viel?

Ja, das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel. Gott belässt es dann aber nicht beim Zuhören, sondern er handelt. Von Anfang an ist er der Handelnde. Er sprach und es geschah. Unser Gott ist niemals nur ein Zuhörer, er ist der Gestalter unseres Lebens. Darum lohnt es sich ihm zu sagen, was uns auf der Seele brennt. Denn das inbrünstige Gebet eines Gerechten vermag viel. Lasst uns mit dieser Zusage in den heutigen Tag gehen.

Allen Lesern wünsche ich Gottes reichen Segen,

euer Reinhard