In der Liebe Jesu leben

„Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wenn jemand in mir bleibt und ich in ihm bleibe, trägt er reiche Frucht; ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Johannes 15, 5

Schon die ganze Woche „quält“ mich ein Gedanke. Und beim Bibelkreis am Dienstag hat er nochmal neues Feuer bekommen.

Gedanke: Die Beschäftigung mit der Bibel ist nicht automatisch gut, nur weil es die Bibel ist, mit der ich mich beschäftigte.

Oder: Eine Tätigkeit für die Gemeinde ist nicht automatisch gut, nur weil es die Gemeinde ist, für die ich etwas tue.

Und, um es universeller auszudrücken:

Was ich tue ist nicht automatisch gut, nur weil die Bibel mich auffordert, es zu tun.

Das ist heftig, oder? Da muss ich erklären, was ich meine…

Der Schlüssel ist das Wörtchen „gut“. Was heisst gut? Jesus sagt uns: „Niemand ist gut ausser Gott“ (Lukas 18, 19). Wir als Menschen sind also nicht gut – und was wir tun, ist damit im besten Falle „menschlich gut“. Wir können viel menschlich Gutes tun: alten Damen über die Strasse helfen, dem Bettler in der Stadt zwei Euro in den Hut werfen und wir können auch weniger CO2 verbrauchen. Der Mensch Gandhi berief sich auf die Lehren der Bergpredigt und konnte einen ganzen Subkontinent aus der Kolonialherrschaft befreien. Menschlich ist das alles gut.

Aber ist es „göttlich gut“? Ist es gottgefällig?

Ich denke: Es kommt darauf an.

Das alles K-A-N-N göttlich gut sein.

Mit der „Größe der Tat“ hat das nichts zu tun. Es kann schon göttlich gut sein, einen Menschen auf der Straße freundlich zu grüßen.

Allein entscheidend ist, dass das Herz bei Jesus Christus ist, wenn ich etwas tue.

Bin ich der „Person“ Jesus Christus hingegeben? Glaube ich an Ihn, vertraue ich Ihm? Eifere ich Ihm nach? Habe ich Ihn als „Vorbild“? Rede ich mit Ihm, höre ich Ihm zu, kurz: kenne ich Ihn?

Schlägt mein Herz ungeteilt für Ihn? Kennt Er mich? (Matthäus 7, 22-23)

„Göttlich Gutes“ können wir nur tun, wenn wir mit Ihm verbunden sind. Sind wir das nicht, können wir bestenfalls „menschlich Gutes“ tun.

Ich glaube, wenn die Liebe zu anderen Menschen meine Motivation ist und ich dann im Namen meines Herrn Jesus Christus handele, dann ist die Tat tatsächlich „göttlich gut“.

Dann ist sie gottgefällig.

Dann bin ich in Gottes Willen.

Was gibt es Besseres?

Jörg