Kleiner Mutmacher vom 10.08.2020

Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens (Psalm 23,6).

Liebe Leser, Güte und Gnade bilden in diesem Text ein Wortpaar und werden in einem Atemzug genannt, obwohl sie nicht unbedingt dasselbe meinen. Güte erkennt man an ihren Taten. Wir schreiben dem Menschen ein gütiges Herz zu, der Gutes tut. Gnädig nennen wir den Menschen, der uns die Schuld erlässt, in der wir stehen. Sowohl die Güte, als auch die Gnade sind immer ein unverdientes Geschenk. Sie entspringen allein dem Willen des Gebers.

Aber klingt es nicht etwas idealisiert, wenn David schreibt, dass ihm Güte und Gnade an jedem Tag seines Lebens folgen werden? Es kommt wohl darauf an, von wem die Güte und die Gnade ausgehen, die David hier meint. Beides (und darin liegt ihre gemeinsame Schnittmenge) kommt von unserem Vater im Himmel. Seine Güte zu erfahren bedeutet nicht, dass wir überhäuft werden mit sinnlosen materiellen Dingen, die nur unsere Gier nach Neuem befriedigen. Sie zeigt sich vielmehr in den Zuwendungen Gottes, die unser Leben erhalten, Zufriedenheit schaffen und Dankbarkeit in uns erzeugen. Sie sind das „tägliche Brot“, dass Gott uns gibt und die Kraft unser Leben zu meistern. Und weil wir einen großzügigen Gott haben, schenkt er uns noch Liebe, Glück, Frieden und Wohlergehen dazu, all das, was am besten im Wort „Shalom“ zum Ausdruck kommt. Auch die Gnade dürfen wir nicht als einen Freibrief für ein zügelloses und lasterhaftes Leben verstehen. Gottes Gnade hatte ihren Preis, den Gott in seiner Güte für uns am Kreuz bezahlt hat. Diese Gnade macht es möglich, dass wir errettet sind und es auch bleiben. Im Hinblick auf diese großartigen Geschenke Gottes sagt David zu Recht: Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens. Ist es nicht schön, dass wir so eingebettet in Gottes Güte und Gnade in diesen Tag gehen dürfen?

Allen Lesern wünsche ich einen guten und gesegneten Tag.

Euer Reinhard