Kleiner Mutmacher vom 13.05.2020

Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem keine Falschheit ist! Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich! Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels! (Johannes 1, 47-49)

Liebe Gemeinde, liebe Freunde,

wir bleiben noch etwas bei der Begegnung zwischen Jesus und Nathanael. Die Aussage, „was kann aus Nazareth schon Gutes kommen“, hätte Jesus schon verletzen können. Stattdessen lobt er Nathanael als einen Israeliten,in dem kein Trug ist.

Nathanael hatte aus seinen Gedanken kein Geheimnis gemacht. Und doch spürt er in diesem Moment, dass Jesus ihn nicht nur wegen seiner unverblümten Aussage so klar beurteilte.

Darum fragte er erstaunt: Woher kennst du mich? Und nun bekam er die Antwort, durch die ihn Jesus überzeugte: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich!

Ich las einmal von einer jüdischen Tradition, nach der man jeden neugeborenen Sohn unter einen Feigenbaum trug, so wie manche bei uns einen „Lebensbaum“ gepflanzt bekommen. Demnach kannte Jesus ihn von seiner Geburt an bis zu diesem Moment. Darum wusste er auch so genau, wen er in Nathanael vor sich hatte – und er hatte sich nicht in ihm getäuscht. Das macht das Bekenntnis Nathanaels deutlich: Rabbi (Lehrer), du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels!

Aus diesem Text wollen wir heute für uns mitnehmen, dass Jesus uns genau kennt und alles weiß, bevor es geschieht. Unser Leben ist vor ihm wie ein Buch, das er genau gelesen hat. Er weiß alles bereits im Voraus. Er weiß sogar auf welche falschen Wege wir abbiegen werden und welche falschen Gedanken wir zulassen werden.

Auch Nathanael war auf dem „Holzweg“ gewesen, weil er Jesus nur nach seiner Heimatstadt Nazareth beurteilt hatte. Aber Jesus lässt uns nicht im Irrtum. Wir können uns zwar manchmal verlaufen, aber wir werden nicht verlorengehen. Er nimmt Einfluss auf unser Wollen und Wirken. Er ist der große Korrektor unseres Lebensbuches. Im entscheidenden Kapitel findet sich darin der Schlüsselsatz für unser Leben: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels!

Lieber Herr Jesus, du hälts mich fest wenn ich in einen Abgrund sehen muss. Du bringst mich zurück auf den sicheren Weg. Deshalb lege ich auch an diesem Tag meine Leben in deine starken Hände. Ich danke dir, dass du mich liebst. Amen.

Ich wünsche uns allen einen gesegneten Tag,

euer Reinhard